Die Welt der Knopflöcher
Das Knopfloch gehört zu den kleinen Details eines Kleidungsstücks, die oft übersehen werden – und doch viel über seine Qualität verraten. Knopfloch ist nicht gleich Knopfloch. Man unterscheidet zwischen Wäscheknopflöchern, Augenknopflöchern und Paspelknopflöchern.
Wäscheknopflöcher
Wäscheknopflöcher sind die am häufigsten verwendete Variante. Sie werden mit feinem Nähgarn gearbeitet, besitzen einfache gerade Abschlüsse und finden vor allem bei Hemden und Blusen ihre zweckmäßige Anwendung. Da sie weniger stabil sind, neigen sie dazu, sich mit der Zeit leichter aufzulösen. Aus Kostengründen werden sie in der industriellen Fertigung jedoch häufig auch bei Jacken eingesetzt.
Augenknopflöcher
In hochwertige Mäntel, Jacken und Blazer gehören für uns ausschließlich Augenknopflöcher. Sie wirken plastischer, sind deutlich haltbarer und verleihen einem Kleidungsstück eine besondere Wertigkeit. Ihren Namen verdanken sie der charakteristischen kreisrunden Augenform, die den Knopf harmonisch umschließt.
Ihre Besonderheit liegt in einem mitgeführten Spannfaden, der sogenannten Gimpe. Zusammen mit einem speziellen, kräftigen Garn sorgt sie für die hohe Stabilität und die markante Plastizität des Knopflochs.
Paspelknopflöcher
Paspelknopflöcher erinnern an die elegante Schneiderkunst der 1950er- und 1960er-Jahre. Damals wurden große stoffbezogene Knöpfe häufig mit Paspelknopflöchern kombiniert. Diese entstanden aus dem Oberstoff des jeweiligen Modells oder aus einem bewusst gewählten Kontraststoff. Der Schlitz für den Knopf wird von zwei feinen Stoffstreifen, den sogenannten Paspeln, umrahmt.
Heute findet man diese aufwendige Verarbeitung vor allem noch in der Trachtenmode oder der Haute Couture.
Herstellung von Augenknopflöchern
Im Atelier fertigen wir überwiegend Augenknopflöcher an. Dafür verwenden wir einen speziellen Augenknopflochautomat, eine Maschine, die ausschließlich für die Herstellung hochwertiger Augenknopflöcher entwickelt wurde.
Die Position der Knopflöcher wird mithilfe einer Schablone exakt markiert. Anschließend wird die Maschine präzise auf die benötigte Knopflochlänge eingestellt, damit alle Knopflöcher eines Modells in Form und Größe übereinstimmen. Erst dann wird der Stoff in den Augenknopflochautomaten eingespannt.
Die vier Garnfäden und die beiden stärkeren Gimpenfäden werden anschließend von Hand zu einem Riegel verstochen und sorgfältig vernäht. Danach wird das Auge des Knopflochs mit einer Lochzange präzise ausgestanzt.
Zum Schluss wird das Knopfloch aufgeschnitten.
Knöpfe annähen
Im Unterschied zur industriellen Fertigung werden im Schneiderhandwerk – so auch bei uns im Atelier – die Knöpfe von Hand angenäht. Verwendet wird dafür kräftiges Knopflochgarn oder mehrfach gelegtes Steppgarn, damit die Knöpfe den Belastungen des Alltags möglichst lange standhalten.
Und sollte dennoch einmal ein Knopf verloren gehen, befindet sich in jedem Kleidungsstück ein passender Ersatzknopf oder wir nähen Ihnen bei Ihrem nächsten Besuch einen neuen Knopf an.